Die Renovierung der Mühle

1993: Mühlsteinbauer Hein van Hees beim Schärfen eines Naturmühlsteins.
Die Renovierung und damit auch die Finanzierung der Mühle trug manchmal abenteuerliche Züge. Für den symbolischen Preis von 1,- DM ging die Mühle von der Stadt Geldern in den Besitz den Fördervereins über. Nun fehlten nur noch 250.000 DM um das alte Gemäuer mit Leben zu füllen. Der Zahn der Zeit hatte seit der Schließung der Mühlentore im Jahr 1953 kräftig am Mahlwerk und den Balken genagt.
Die Denkmalspflege in Bonn-Puhlheim winkte ab. Nach der Wiedervereinigung warteten in den neuen Bundesländern allzu viele marode Denkmäler auf Sanierung. Nun setzte der Vorstand auf die “Nordrhein-Westfalen-Stiftung”, die ebenfalls Heimat- und Kulturpflege unterstützt. Mit 250.000 DM aus dem Topf der Stiftung war der Förderverein schon einmal gut bedient, und 180.000 DM gab die Stadt Geldern aus ihrem Haushalt als Zuschuss.
Nun konnte der holländische Mühlenbauer Harry Beijk aus Afferden mit der Instandsetzung des Mahlwerkes beginnen, was ihm unter Verwendung der verschiedensten Hölzer auch gelang. Insgesamt sind in der Mühle nunmehr 12 verschiedene Holzarten verarbeitet worden. Darunter findet man so fremdländisch klingende Arten wie Greenheart, Douglasie, Bongossi, Billingi und Robinie, aber auch die bekannten Hölzer wie Ulme, Esche, Palme, Pappel, Buche, Eiche und Steineiche wurden verarbeitet – die harten Hölzer für die tragenden Teile, die weichen Hölzer für die Zahnräder.
Im Zuge der Renovierung wurden auch die alten Hölzer von einem Expertenteam der Bergischen Universität Wuppertal unter der Leitung von Professor Dr. Ulrich Wendt, einem Mitglied des Förderverein-Vorstandes, untersucht. Dabei stellte man fest, dass der schwere Eichenbalken im Steinboden, auf dem die Königswelle ruht, die das gesamte Mahlwerk in Bewegung setzt, das über 500 Jahre alt ist. Dass alle Hölzer der Mühle einer guten Pflege bedürfen, gehört zu den besonderen pflegerischen Aufgaben der Mitglieder des Fördervereins.



